Eine Trauerfeier in Brünnighausen, an der auch die Ortsfeuerwehr teilnahm, wurde durch Sirenenalarm jäh unterbrochen. Aus der Straße „Obere Wieme“ wurde um 11.11 Uhr ein Brand an einem Holzwohnhaus gemeldet. Die 51-jährige Besitzerin hatte der Regionalleitstelle gemeldet, ein Anbau an ihrem Holzhaus brenne, die Flammen griffen bereits auf die Fassade über. Ihr Ehemann (50) versuchte in der Zwischenzeit verzweifelt, das Feuer zu löschen, war aber machtlos. Eine Rauchwolke über dem Haus, die wenig später kilometerweit zu sehen war, ließ nichts Gutes erahnen. Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke forderte daher noch während der Anfahrt die Wärmebildkamera von der Feuerwehrtechnischen Zentrale an und schickte zur Unterstützung der zunächst alarmierten Ortswehren Brünnighausen, Coppenbrügge, Bäntorf und Marienau auch die gerade von einer Übung einrückende Ortswehr Kirchohsen mit den zwei Löschfahrzeugen mit Wassertank nach Brünnighausen. Denn der Feuerwehrchef weiß, dass die Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz in der Ortschaft nicht sehr leistungsfähig ist.
„Zunächst reichte die Wassermenge aus den Hydranten und der Tanklöschfahrzeuge für einen Innenangriff und den Löscheinsatz an dem Anbau aus“, berichtete Kreisbrandmeister Wöbbecke, der zusammen mit dem stellvertretenden Brandabschnittsleiter Thomas Küllig und ABC-Zugführer Alexander Saffer die Einsatzleitung übernahm. Begünstigt durch die Holzbauweise des Hauses breitete sich das Feuer allerdings schnell aus. Zwar konnten die Atemschutztrupps den Brand in Inneren des Wohnhauses stoppen. Aber die Flammen hatten von der Fassade schon auf das Dach übergegriffen. Dort waren sie für Löschmannschaften nur schwer zu erreichen und konnten sich zwischen den Dachziegeln und der Verkleidung ausbreiten. Der Innenangriff musste aus Sicherheitsgründen zunächst abgebrochen werden, die weitere Brandbekämpfung erfolgte von außen.
Weitere Verstärkung wurde angefordert, und so rückten noch die Ortswehren Bisperode, Dörpe, Herkensen, Hohnsen Brullsen, die Ortswehr Bad Münder mit der Drehleiter und die Ortswehr Oldendorf mit einem Schlauchwagen an. Das Löschwasser wurde zusätzlich vom über einen Kilometer entfernten Freibad und aus einem privaten Swimmingpool in der Nachbarschaft zum Brandobjekt befördert. Über die Drehleiter wurde von außen der Brand gezielt bekämpft. Zu diesem Zeitpunkt konnten wieder Atemschutztrupps in Innenangriff eingesetzt werden, die im Dachgeschoss mit einer Wärmebildkamera nach Brandnestern suchten und diese ablöschten.
Die rund 145 Einsatzkräfte hatte das Feuer gegen 13.15 Uhr endgültig unter Kontrolle. Nicht verhindern konnten sie aber, dass das Dach des Holzhauses größtenteils vernichtet und das Dachgeschoss durch das Feuer schwer beschädigt wurde. Einige kleinere Räume weisen Brandschäden auf, fast überall musste die Verkleidung heruntergerissen werden, klaffen jetzt große Löcher in der Decke. Auch im Erdgeschoss hat der massive Löschwassereinsatz schweren Schaden angerichtet. Gegen 14 Uhr rückte ein Großteil der Wehren wieder ab. „Die Ortswehren Brünnighausen und Bäntorf wechselten sich dann bei einer Brandwache bis gestern Morgen ab“, erklärte Gemeindebrandmeister Walter Schnüll.
Das Ehepaar, das nach Informationen dieser Zeitung das Haus erst vor rund einem Jahr gekauft haben soll und von ihrem Traumhaus sprach, steht nun zusammen mit seiner Tochter vor dem Nichts. Viel konnten sie nicht aus dem Haus retten. Noch steht nicht fest, ob es durch den Brand- und Wasserschaden so schwer beschädigt wurde, dass es vielleicht ganz abgerissen werden muss. Den Eheleuten soll aber nach Polizeiangaben aus dem Ort große Hilfsbereitschaft zuteil geworden sein, sodass sie zunächst eine Unterkunft fanden. Die Polizei hat das Brandobjekt beschlagnahmt. Heute sollen Experten des Fachkommissariats ihre Arbeit aufnehmen. Bislang steht nur fest, dass das Feuer wohl in dem Anbau, in dem auch Brennholz gelagert wurde, seinen Anfang nahm. Wie es entstand und wie es sich ausbreitete, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.
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